Projekt Altbauflur: Raumgestaltung und Stauraumlösung für Schuhe

Der Flur ist in der Regel das Erste, was man sieht, wenn man die Wohnungstür aufschließt. Das Erste, was Gäste sehen, wenn man ihnen die Wohnungstür öffnet. Ein Flur sollte also auf den ersten Blick Lust machen, in diese Wohnung einzutreten.

Nur wie erreiche ich das? Die Wohnungstür geht auf und es herrscht optische Ruhe. Der Flur ist aufgeräumt, die Farben harmonieren und man fühlt sich sofort wohl.

Genau dies waren die groben Anforderungen beim Projekt Altbauflur: Schaffung einer aufgeräumten Wohlfühlatmosphäre mit dezentem Stauraum für möglichst viele Schuhe.

Die Ausgangslage – Ein schmaler Altbauflur mit nicht so recht passenden Möbeln

In einem typischen Altbauflur – L-förmig, lang und schmal – fehlte neben Stauraum auch ein Konzept für die grundsätzliche Gestaltung und Einrichtung.

Der vordere Teil des L-förmigen Flures ist mit 1,50 Meter noch halbwegs breit, das anschließende, mit rund 20 Meter lange Stück des L, nur gut einen Meter breit und fällt damit für Stauraum raus.

Bislang stand zunächst ein schöner alter Jugendstilschrank als Garderobe im Flur. Doch leider wirkte er zu wuchtig und bot zudem keinen Stauraum für Schuhe. Genug Stauraum für Schuhe hingegen bot dann zeitweise ein altes Vertiko als Schuhschrank an der Wand zwischen den Kassettentüren zu Wohn- und Esszimmer. Optimal war dies allerdings auch nicht. Die Länge der Wand wurde nicht ausgenutzt und zudem war es zu hoch. Und die Frage der Unterbringung von Jacken, Mützen und Schals blieb weiterhin offen.

Der Weg zum aufgeräumten Altbauflur mit Stauraum für möglichst viele Schuhe.

Am Anfang eines jeden Projektes steht für mich eine Bedarfsanalyse, um die konkreten Wünsche und Bedürfnisse herauszustellen.

Für das Projekt Altbauflur galt es folgende Fragen zu klären:

  • Was muss zwingend in diesem ersten Bereich der Wohnung untergebracht werden?
  • Was soll darüber hinaus noch im vorderen Flur verstaut werden können?
  • Wie soll es verstaut werden? Offener oder geschlossener Stauraum?
  • Gibt es bereits eigene Ideen hinsichtlich Möbel, Farben, Lampen etc.?
  • Wie ist das Budget?
  • Was ist ein No Go?

Die Schuhe, die häufig getragen werden, sollten auf jeden Fall im Flur untergebracht werden. Ebenso sollte die Möglichkeit bestehen, Kleinigkeiten wie Handschuhe, Schuhanzieher und Schlüssel griffbereit, aber nicht sichtbar unterzubringen. Da aufgrund der baulichen Gegebenheiten eine Art Garderobenschrank nur auf Kosten der optischen Leichtigkeit untergebracht werden könnte, waren wir uns hinsichtlich der Jacken schnell einig, dass nur die Jacken des täglichen Bedarfs im Eingangsbereich an einem stylischen Garderobenständer aufgehangen und der Rest im Ankleidezimmer verstaut werden soll.

Stil- und Farbkonzept

Das für die gesamte Wohnung gewählte Farbkonzept sollte auch bei der Gestaltung des Altbauflurs berücksichtigt werden. Neben den weißen Wänden und Decken, ist die gesamte Altbauwohnung mit ausgewählten Designklassikern und Erinnerungsstücken eingerichtet. Vorherrschende Farbpalette sind weiß, schwarz und Graunuancen, die mit wenigen wohldosierten Farbakzente die außergewöhnlichen Details dieser traumhaften Altbauwohnung unterstreichen sollten.

Ideen visualisiere ich über ein Moodboard, das eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung liefert.

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Das Einrichtungskonzept – Wo platzieren wir was?

Grundlage für die Erstellung des Einrichtungskonzept ist natürlich ein maßstabsgetreuer Grundriss des Raumes. So kann entweder virtuell oder auch noch analog mit den verschiedenen Einrichtungsoptionen gespielt werden.

Um einen Zick-Zack-Lauf von der Wohnungstür aus zu vermeiden, war klar, dass die gesamte Wandlänge zwischen den Kassettentüren für ein Sideboard genutzt werden sollte. Um nicht mit dem bereits vorhandenen knallgelben USM Haller Konsole zu konkurrieren und quasi an der Wand hängend optisch „zu verschwinden“ fiel die Wahl auf Weiß. Das schlichte weiße Sideboard sollte eine maximale Höhe von 90 cm haben, damit darüber noch ein großer runde Spiegel sowie eine Wandlampe Platz finden.

In die Ecke gegenüber der Wohnungstür sollte ein Garderobenständer vor den Stromkasten platziert sowie ein übergroßer Spiegel an die Wand gelehnt werden.

Die Einkaufsliste – IKEA Metod Hack: Schuhe statt Kaffeetassen

Steht das Einrichtungskonzept, starte ich immer die Recherche nach den passenden Möbeln und weiteren Einrichtungsgegenständen. Lampen und Spiegel waren unproblematisch und konnten über Onlineshops geordert werden. Beim Sideboard gestaltete sich die Suche etwas aufwändiger. Diesmal sollte es kein USM Haller Möbel werden, sondern ein „anderes“ schlichtes weißes Sideboard mit ca. 2 Metern Länge.

Die Sideboard-Recherche verlief zunächst recht ernüchternd. Entweder passten die Maße nicht optimal oder waren direkt so teuer, dass wir genauso gut ein USM Haller konfigurieren könnten. Und so kam ich auf die Idee, mal zu schauen, was es bei Ikea denn so an Sideboard-artigen Möbeln gibt, die man nutzen könnte.

Ikea bietet natürlich eine Menge an weißen Möbeln, für das Sideboard im Altbauflur jedoch nur ein System mit den passenden Maßen. Und das kam aus der Küchenabteilung 😉

Die Korpusmaße der Ikea METOD Küchenserie passten perfekt für die Wand im Flur. Auch die Möglichkeit, quasi unendlich Regalböden einzulegen machten die METOD Küche von Ikea zur perfekten Stauraumlösung für die Schuhe im Altbauflur!

Und das ist die Einkaufsliste für die Ikea Stauraumlösung aus der Küchenabteilung:

  • 3 x IKEA METOD Küchenoberschrank (60×80 cm)
  • 3 x Türfronten
  • Druckscharniere
  • 10 Einlegeböden
  • 1 x Besta Glasplatte

Und fertig ist der Stauraum für rund 40 Paar Schuhe! Na ja fast. Davor steht noch der Zusammenbau und vor allem das Anbringen an der Wand. Im Altbau kann das ja auch schon einmal eine mittlere Krise hervorrufen, wenn beim Bohren der Löcher die halbe Wand aufbricht. Doch bei diesem Projekt war die Wand der Altbauwohnung mir wohlgesonnen.

Und schon konnten wenig später die ersten Schuhe eingeräumt werden. Die Ikea METOD Küchenoberschränke eignen sich absolut fabelhaft als Schuhschrank. Die Einlegeböden können dank der vielen vorgebohrten Löcher flexibel je nach Schuhhöhe angebracht werden. Gerade für die Unterbringung von flachen Schuhen wie Sneaker und Ballerinas ist dies natürlich perfekt!

Nachdem auch die weiteren Einrichtungsgegenstände nach und nach eingetrudelt waren, konnte die weitere Gestaltung des Altbauflurs beginnen.

Das Sideboard aus Ikea METOD Küchenoberschränken fügt sich dezent in den Raum ein. Es fasst rund 40 Paar Schuhe und noch Körbe für Handschuhe und Mützen und lässt dennoch aufgrund seiner schmalen Tiefe genug Durchgangsplatz. Wunschgemäß wurde ein großer runder Spiegel mittig über dem Sideboard aufgehängt.

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Die beiden Wandlampen fügen sich in das Gesamtbild ein und nehmen mit ihrer ovalen Form den Rundbogen der Wohnungstür auf und schaffen gleichzeitig einen Kontrast zu den rechteckigen Formen im Altbauflur. Der große Spiegel erweitert den Altbauflur und lockert die ansonsten weiße Wand auf.

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