Vitamin Sea vs. Pommes – Ein langes Wochenende in Westflandern

Der nächste Kurzurlaub stand an! Über Köln lag eine Hitzewelle mit weit über 30°C und wir wollten an die Küste flüchten. Nach kurzer Recherche entschieden wir uns für De Haan in Westflandern, Belgien. Das Örtchen sah recht beschaulich aus und war über die  “Kusttram” auch mit weiteren interessanten Orten wie Oostende und Knokke verbunden – falls es uns am Strand langweilig werden sollte. Einige Tage bevor es losgehen sollte, war aber klar, dass es nicht unbedingt Strandwetter werden würde und wir mehr oder weniger hoffen mussten, dass es nicht das komplette Wochenende regnet. Umso besser, dass wir natürlich auch Plan B für diesen Fall hatten – aka eine weitere Liste in meiner CityMaps2Go-App für Tingeltourchen 🙂

Freitagnachmittag ging es los. Rund um Brüssel war ziemlich viel los, so dass wir später als geplant in De Haan angekommen sind. Aber kein Problem für unsere absolut fabelhaften Gastgeber vom Bed & Breakfast Kokodor 🙂

Aber so konnten wir direkt zum Abendessen übergehen. Praktischerweise lag nur wenige Meter entfernt die Frituur Erly. Hier gab es dann unseren Klassiker: Pommes mit Frikandel Speciaal und – ja natürlich, unser neues Lieblingsbier seit Brüssel – Jupiler.

Puuuh! Der Hunger war riesig, aber dies war die erste große Pommes, die ich nicht mal ansatzweise aufgegessen habe. Nicht weil sie nicht fabelhaft schmeckte, nein selbst für mich war diese Portion zu groß. XXL wäre hierfür die bessere Beschreibung gewesen – oder einfach 1kg auf der Speisetafel ergänzen :D. Aber hinterher ist man immer schlauer und ab nun ließ ich mir dann vorher die Schälchen zeigen, bevor ich nochmal eine große Pommes bestellte ;).

Belle Époque, Vitamin Sea und Oostende

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem absolut fabelhaften Frühstück los. De Haan begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und angenehmen 22°C – perfektes Wetter zum Tingeln. “Schönstes Dorf an der Küste” heißt es auf der Seite der Touristeninfo De Haan. Auf unserem Weg zum Strand bekamen wir schon einen Einblick, warum da tatsächlich was dran sein könnte. Bei meiner Recherche bin ich auf die Info gestoßen, dass ein belgischer König zur Bebauung wohl die Auflage erteilt hatte, dass nur bis zu einer bestimmten Höhe freistehende, von Gärten umgebende Villen im anglo-normannischen Stil gebaut werden durften. Joar, das hat er gut gemacht, das Dörfchen ist wirklich zauberhaft!

Wir tingelten uns den Weg durch das Belle Époque Dörfchen Richtung Strand. Plan war erstmal ein Stück den Strand entlang Richtung Oostende zu laufen und dann irgendwann landeinwärts mit der Kusttram weiterfahren.

Nach guten zwei Stunden Spaziergang tauchte endlich eine Strandbude auf und wir legten eine erste Bierpause ein. Zur Abwechslung und Ermangelung an Jupiler gab es mal ein Stella Artois. Och joar, das ließ sich auch gut trinken – von der salzigen Seeluft hatten wir aber auch so furchtbar trockene Lippen 😀

Nach dem Bierchen ging es dann weiter Richtung Bredene zu nächstgelegene Kusttram-Haltestelle und von da aus ab nach Oostende!

In Oostende angekommen war es Zeit für einen süßen Zwischensnack! Praktischerweise kamen wir auf unserem Weg zum Strand an einem “Neuhaus” vorbei, wo wir uns mit Macarons und Pralinen versorgten.

Hmmm, die waren absolut fabelhaft!

Weiter ging es Richtung Strand… Hm, wirklich schön ist die Bebauung hier aber nun wirklich nicht und diese Kunstwerke reißen auch nicht mehr viel raus.

Da hilft nur Perspektivenwechsel und da die salzige Seeluft ja bekanntlich für furchtbar trockene Lippen sorgt, ging es in die nächstgelegene Beachbar Polé Polé

Wir ergatterten uns zwei Barhocker im etwas höhergelegenen “Innenbereich” und schlürften unsere Aperölchen. Ich hatte damit gerechnet, dass diese Kübel weit über 10 Euro kosten würden, aber nein, die gab es zu einem Schnapperpreis von 7 Euro und die Mischung war auch akzeptabel! So ließ es sich aushalten! Fabelhafte Aussicht, chillige musik und ein alkoholisches Kaltgetränk. Absolut fabelhaft ;).

So langsam meldete sich dann aber auch wieder der Hunger und wir checkten, wo genau Frituur Franky lag, unsere heutige Station auf der Pommesrallye. Tjoar, der machte  allerdings erst um 17 Uhr wieder auf… Und nu? Ein weiteres Aperölchen auf quasi nüchternem Magen wäre nicht so clever – die Mischung der Beachbar war ja erstaunlich stark. So beschlossen wir einfach weiter zu spazieren, das Universum wird schon was für uns bereit halten.

Und was soll ich sagen… einige Meter weiter kam die Bondi Beachbar

Hier gab es dann ein Cider und wieder eine fabelhafte Aussicht auf die See.

Danach machten wir uns aber auf zur nächsten Pommes! Wieder einmal zeigte sich, wie praktisch die CityMaps2Go-App war, in knapp 10 Minuten sollten wir ankommen.

Ach schau an, da hat jemand versucht, das hässliche Beton aufzuhübschen 😛

Wenige Minuten später waren wir am Ziel angekommen und wurden freudig begrüßt!

Natürlich blieben wir unserem Menü auch in der Frituur Franky treu und bestellten Pommes und Frikandel Speciaal und natürlich Jupiler. Aus Sorge nicht satt zu werden gab es zusätzlich noch eine Vleeskroket 😉 Hmmmm! Während wir da saßen, wurde der Laden immer voller. Glück gehabt, ein paar Minuten später und wir hätten wohl auf dem Bordstein essen müssen.

Und was soll ich sagen, es war wirklich fabelhaft! Knusprige Pommes, angenehm gesalzen (hier wurden wir vorher noch gefragt, ob wir das überhaupt wollen), lecker Sößchen und auch die Frikandel Speciaal und Vleeskroket waren sehr lecker! Wieder einmal alles richtig gemacht!

Angenehm satt und zufrieden ging es von der Pommesbude ein recht unspektakuläres Sträßchen entlang Richtung Zentrum. Und wie ich gerade so dachte “Nee, so richtig hübsch ist anders” standen wir plötzlich vor einem Park! Na, da nahmen wir eben den Rechtsschwenk durch den Park mit! Der erwies sich als größer als gedacht und beherbergte sowohl Biergarten als auch Minigolfanlage.

Auf dem Weg zur Haltestelle nahmen wir weitere Eindrücke von Oostende mit. Och, soooo häßlich ist es aber doch nicht…

Während die Kusttram die erste Kurve nahm fiel uns auf, dass wir gar nicht an diesem kleinen Hafenbecken mit dem schönen Segelschiff gewesen waren, den Bahnhof nicht fotografiert hatten und diese Türme schienen auch zu etwas hübschen zu gehören. Mist! Also stiegen wir kurzerhand an der nächsten Haltestelle einfach wieder aus. So ging das ja nicht und schließlich musste sich unser Tagesticket doch auch lohnen 😀

Also peilten wir erstmal den Bahnhof an, stießen dann auf einen riesigen Frachter im Trockendock und die hübsche Kirche.

Hier waren ganz schön viele Menschen unterwegs, und woher kam diese Musik?! Weiter Richtung Kirche stellten wir fest, dass wir mitten ins “Paulusfeesten” geraten waren und auf der Bühne gerade eine Band recht ordentlich spielte. Warum sich also nicht das Ganze bei einem Pilsje anschauen. Diesmal gab es Maes – auch lecker.

Auf dem Platz war ordentlich was los…

So, Bilder der Kirchen nicht vergessen…

Und auf dem Weg zur Haltestelle noch eine Runde um das Hafenbecken gedreht und Bötchen fotografiert! Nun konnten wir zurück nach De Haan fahren!

In De Haan angekommen verspürten wir wieder einen leichten Süßhunger… waren wir heute Mittag nicht an einer Eisdiele vorbeigekommen? Doch, und schon von weitem verrät uns eine lange Schlange, hier könnte es etwas Feines gebe ! Ja wenn das so ist… Also gab es eine Kugel Eis – ganz ungewohnt nehmen wir diesmal beide das gleiche: Butterscotch – und eine Waffel. Ooooooh und das war lecker, beides! Um nicht zu sagen: Absolut fabelhaft! Wobei das Eis klar vor der Waffel lag. Für die verbleibenden Tage wanderte also noch “Jedes Mal ein Eis von der Australian Homemade Icecream and Waffels Bude” auf unsere Liste.

Auf unserem Rückweg in die Pension konnten wir uns dann noch davon überzeugen, dass De Haan auch bei Dämmerung seinem Namen als schönstes Dorf der Küste alle Ehre macht!

Pekingente, Eis auf Matjes und Ipanema 

Für Sonntag war vom Prinzip her die gleiche Tour wie am Samstag geplant – nur diesmal am Strand nicht links, sondern rechts rum Richtung Knokke! Im Zickzack ging es wieder bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein durch das Dörfchen Richtung Strand. 

Es ist aber auch einfach schön und adrett hier!

Und so liefen wir am Strand diesmal links entlang, vorbei an Strandbuden und einem mit Pekingenten verzierten Poseidon, bis wir irgendwann wieder zwischen See und Dünen spazierten.

Das sieht nun düsterer aus als es tatsächlich war und für unser erstes Wegpils mussten wir uns dann auch erstmal in den Schatten setzen – diesmal mit direkter Aussicht auf die See – fabelhaft! So, nun noch gecheckt, wann die nächste Haltestelle kommt bzw. überlegt wie lange wir noch am Strand langlaufen wollten.

Ein Blick auf den Streckenplan der Kusttram zeigte, dass es clever wäre in Wenduine einzusteigen. Also ging es nach dem Pilsje weiter Richtung Wenduine, einem netten kleinen Städtchen. Auf dem Weg dahin überlegten wir uns, dass wir ja eigentlich auch so langsam wieder was essen könnten. Wir waren am Meer, man könnte doch auch mal Fisch essen! Wie gut, dass auch hier meine CityMaps2Go-App etwas bereit hielt: Aan Tafel. Ein Fischgeschäft/Fischrestaurant und das gar nicht weit entfernt. Voller Vorfreude machten wir uns auf direktem Weg dorthin. Doof war nur, dass der Restaurantteil erst ab 18 Uhr wieder öffnete und es war kurz nach 15 Uhr…. Na gut, so ließen wir uns zwei Matjes mit Zwiebeln einpacken, die wir dann stilecht auf einer Bank mit der Hand aßen 😀 Die waren so fabelhaft, dass weder Mr. Fabelhaft noch ich daran gedacht haben, ein Foto zu machen… dafür aber beschlossen, definitiv irgendwann nochmal wiederzukommen und hier Fisch zu essen!

Mit Matjesfingern und Zwiebelgeschmack ging es dann so langsam Richtung Haltestelle. Wir wollten ja schließlich auch noch nach Knokke! Auf dem Weg dahin lag zu meiner Freude erneut eine Australian Homemade Ice Bude. Nach der positiven Erfahrung vom Vorabend gab es dann auch direkt mal zwei Kugeln. Creme Brulee und Amarena für Mr. Fabelhaft, Pistazie und Stracciatella für mich. Alle Sorten schmeckten wieder absolut fabelhaft.

In Knokke angekommen ging es auf direktem Weg an den Strand. Irgendwie waren wir heute beide etwas schlapp und wollten nur mit einem Aperölchen auf die See gucken. Und da der Weg dahin nun nicht von optischen Highlights gespickt war, machten wir weder Abstecher noch Fotos :D.

An der Promenade angekommen steuerten wir direkt den nächstgelegenen Beachclub an. Hauptsache sitzen und ein alkoholisches Kaltgetränk 🙂 So landeten wir im Indi Beach Club.

Mit unserem bislang teuersten Aperölchen (10 Euro) fläzten wir uns in eine der gemütlichen Sitzecken und beobachteten das bunte Treiben am Strand des Saint-Tropez von Belgien.

Doch, auch hier alles richtig gemacht, dass wir uns in die Indi Beachbar gesetzt haben. Das Aperölchen war zwar etwas teuer, aber eine gute Mischung und wir haben wirklich äußerst gemütlich gesessen und waren danach auch wieder fit genug, um den Weg zur letzten Frituur an diesem Wochenende anzutreten.

Ein kurzes Erinnerungsfoto von der Promenade gemacht, ging es auf kürzestem Weg Richtung Frituur. Noch schnell ein Foto vom Rathaus gemacht, damit wir wenigstens etwas in Knokke fotografiert haben 😀 und weiter ging es!

In einer unscheinbaren Wohnstraße erreichten wir dann endlich “Frituur Jurrie” und bestellten – wie könnte es auch anders sein – Frieten met Frikandel Speciaal, een Vleeskroket en twee blikjes Jupiler!

Mr. Fabelhaft nahm diesmal auch Pommes Speciaal und zu meiner Freude kam die absolut fabelhafte Sauce aus Mayo, Curryketchup und fein gehackten roten Zwiebeln (auch eine interessante Variante) in einem extra Schälchen, so dass ich meine Pommes auch reintunken konnte. Hmmmm, echt lecker! Einstimmig beschlossen wir, dass wir hier die leckersten Pommes und Frikandel Speciaal auf unserer Pommesralley gegessen haben!

Vollgefuttert traten wir den Heimweg nach De Haan an. Laut Plan ging die nächste Kusttram in rund 10 Minuten und die wollten wir nicht verpassen. Hätten wir allerdings geahnt, dass der Fahrer einfach mal diese Fahrt ausfallen lässt und erst nach Butterbrot und Kippchen eine halbe Stunde später losfährt, hätten wir unsere Pommesplauzen nicht so abhetzen brauchen! Nun gut, da die Tram in Knokke startet, hatten wir wenigstens einen Sitzplatz und konnten nochmal in Ruhe die Küste an uns vorbeiziehen lassen.

Während der Fahrt fiel uns dann auf, dass wir bisher nur Pils getrunken hatten und so ein Gin Tonic zum Abschluss doch gar nicht verkehrt wäre. Auf unserer Tingeltour durch De Haan war uns allerdings keine Bar oder ähnliches aufgefallen, also befragten wir das Internet und siehe da, nur 5 Ecken von unserem Bed&Breakfast entfernt sollte es eine ordentliche Cocktailbar geben!

Und so landeten wir an unserem letzten Abend im Ipanema… Und waren schon vom Draußen dieser Cocktailbar begeistert! Diese Sitzecken sahen nicht nur gemütlich aus, sie waren es auch. Wenn nun auch noch die Cocktails gut sind, dann hätten wir zu später Stunde an unserem letzten Abend noch einen Grund entdeckt, nochmal wieder zu kommen!

Wir fläzten uns in die mit Kissen ausgelegte Sitzecke – fabelhaft. Mr. Fabelhaft bestellte einen Copperhead Black Batch, für mich gab es Gin Mare. Jeweils mit Fevertree Tonic und für gerade mal 9 Euro. Und was soll ich sagen… nicht nur die Sitzecke war gemütlich und im Hintergrund lief angenehm entspannte Musik, wie man sie in einer Cocktailbar namens Ipanema auch erwarten könnte, nein auch beide Gin Tonics waren absolut fabelhaft. So beschlossen wir den Absacker auszudehnen und bestellten Runde Nr. 2 (Long Island Icetea und Mango-Ich-habe-leider-den-Namen-dieses-köstlichen-Getränks-vergessen) und kurz vor Ende noch zwei Long Island Icetea für Runde Nr. 3.

Was für ein fabelhafter Abschluss für dieses absolut fabelhafte Wochenende in Westflandern! 

Was sonst noch war…

Kein Besuch ohne Shopping im lokalen Supermarkt… beim ersten Besuch ging schon eine Packung Hagelslag und ein großer Topf Lütticher Delikatesse mit, beim zweiten Besuch dann Salz, Gewürze und ein dickes Stück gesalzene Butter. Und nein, wir haben kein Jupiler mitgenommen – den Genuss heben wir uns für den nächsten Belgienbesuch auf ;).

Westflandern – Absolut fabelhaft?

Absolutes ja! Das was ich in den drei Tage von Westflandern gesehen und erlebt habe, war absolut fabelhaft! Angefangen von De Haan als Ausgangsort für unsere Tingeltouren entlang der Küste, über das Bread & Breakfast “Kokodor” als Unterkunft, Strandspaziergänge, nette Städtchen, viele Pommes, Eis, Jupiler bis hin zur tollen Cocktailbar zum Abschluss. Ein rundum fabelhaftes langes Wochenende!

Wenn also der Vitamin Sea-Mangel wieder hoch ist, wissen wir nun, wo wir nach gut drei Stunden Autofahrt auftanken können!

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